U18-Weltmeisterschaften in Marrakesch/Marokko 13.-17.7.2005
Ankunft in Marokko: Nachdem sich das gesamte deutsche WM-Team in Kienbaum versammelt hatte, ging morgens um 5.00 Uhr unser Flieger Richtung Marokko. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Madrid landeten wir müde aber wohlbehalten in Nordafrika. Und es war soooo heiß...! In unseren dicken Klamotten fuhren wir in einem stickigen Bus zu unseren Unterkünften. Wie ihr auf dem Foto erahnen könnt, waren meine Teamkollegin Christina Michel und ich nach der Ankunft fix und fertig ...
Die Athletenunterkunft in Marrakesch war ein komplettes wunderschönes "1000 und eine Nacht"-Dorf, genau wie im Märchen. Mit Kamelen, Palästen und allen möglichen orientalischen Bauten. Unangenehm war nur das furchtbar fettige Essen, besonders die fettigen Hühnchen. Ich beschränkte meine Tagesrationen auf Pfannkuchen zum Frühstück, mittags Melone und mein Abendessen bestand normalerweise aus Tomaten und Mozzarella. Was anderes bekam ich beim besten Willen nicht runter.

Hier seht ihr mich bei meinen Aufwärmübungen auf dem Trainingsplatz. Alle Athleten waren ständig von kleinen Kindern umlagert, die um etwas trink- oder essbarem bettelten, bevor sie von der rigorosen Polizei wieder verjagt wurden. Der Trainigsplan meines Vaters beschränkte sich auf Aklimatisierung, relaxen, ein wenig joggen und dehnen. Größere Anstrengungen wie im heimischen Training wollten wir vor meinem Wettkampf auf jeden Fall vermeiden. Während der Wettkämpfe waren dann immer sehr viele Zuschauer im Stadion, die ständig für gute und laute Stimmung sorgten.
Wir waren für insgesamt 12 Tage in Marokko, so dass uns auch etwas Zeit blieb, um Land und Leute kennenzulernen. Einen freien Tag nutzen mein Vater, Christina und ich zu einer Kutschfahrt zum Basar von Marrakesch.
Einige Ausflüge wurden auch direkt vom DLV organisiert. Eines morgens wollten wir mit dem Bus nach Casablanca fahren. Es ging aber überhaupt nicht vorwärts, außerdem hatte der Busfahrer nach geschlagenen 5 Stunden Busfahrt völlig die Orientierung verloren - und wir die Lust, wie ihr auf dem Foto sicherlich gut erkennen könnt. Die Bustour wurde übrigens irgendwo in den Bergen für beendet erklärt und so fuhren wir wieder zurück nach Marrakesch ohne Casablanca je gesehen zu haben.
Vor den Wettkämpfen gab es verschiedene Pressekonferenzen, unter anderem auch eine mit mir, als amtierende U18-Weltmeisterin von 2003, und meiner griechischen Konkurrentin Ekaterini Stefanidi, die letztlich dann auch hier in Marrakesch verdient neue Weltmeisterin wurde. Das ganze wurde etwas überzogen zu einem großen Duell aufgebauscht, mit Fragen, wie: "Hast Du Angst vor Deiner Konkurrentin?" oder "Wie willst Du sie besiegen?", und das alles in meiner "Lieblingssprache" Englisch!
Nach dieser Pressekonferenz traf ich dann noch den ehemaligen Stabhochspringer Maxim Tarasov, mit dem ich dann noch einige Zeit über meine Schwester und meinen Vater plauderte.
Trotz Steigerung auf 4,05 m musste ich mich diesmal leider mit dem 5. Platz zufrieden geben. Ekaterini Stefanidi gewann mit übersprungenen 4,30 m vor Keisa Monterola aus Venezuela und Shuo Yu aus China. Christina wurde mit 3,90 Siebte. Nach dem Wettkampf machten wir noch ein paar Erinnerungsfotos. Hier seht ihr Christina und mich mit 4 anderen Springerinnen. Die dritte von rechts ist die Australierin Vicky Parnov. Ihr Vater und meiner sind schon seit vielen Jahren die dicksten Kumpel und mittlerweile geht´s in nicht ganz ernst gemeinten Diskussionen darum, welche Tochter denn die bessere Springerin sei...
Der Abschlußabend in Marrakesch: Am letzten gemeinsamen Abend gab es nochmal eine große Party für alle Teams. Leider bestand der gesamte Abend nur aus orientalischer Musik (also wirklich nichts zum tanzen), miesem Essen und allgemeiner Müdigkeit...
... Christina und mir war furchtbar langweilig und so beschlossen wir, nochmal durchs ganze "1000 und eine Nacht"-Dorf zu ziehen, ein bisschen Spaß zu haben und einige Erinnerungsfotos, wie oben zum Beispiel mit den US-Boys, zu schiessen. Außerdem versuchten wir uns nochmal im Kamelreiten, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Deutschland ging. |